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Der Zauberer aus dem Arbeiterviertel

Wenn man Rayo Vallecano spielen sieht, erlebt man Kampf, Leidenschaft und Hingabe. Was man in einem Arbeiterviertel wie Vallecas eben sehen möchte. Der Stadtteil im Südosten Madrids ist als Fahrstuhlmannschaft bekannt und wechselt regelmäßig zwischen den beiden höchsten spanischen Spielklassen.

Einer der Spieler jedoch fällt sofort auf, nicht nur optisch, sondern auch spielerisch. 1,69 Meter und keine Haare, gepaart mit einer sensationellen Technik und Spielübersicht. Isaac Palazón Camacho, kurz Isi, sticht heraus. Der kleine Zauberer aus Cieza (Murcia) spielt mittlerweile seine vierte Saison bei Rayo und ist aus dem Spiel nicht mehr wegzudenken.

Wurde er in Teenagerjahren noch von Real Madrid abgelehnt, ist er über die Umwege Villareal, Cieza, Murcia und Ponferradina zu einem gestandenen LaLiga Spieler geworden. Gewiss keine Bilderbuch-Karriere und kein rasanter Aufstieg, wie es talentierte Spieler heutzutage oftmals erleben.

Aber vielleicht war genau dies eher Segen als Fluch: so konnte sich Isi kontinuierlich verbessern, ohne im Rampenlicht zu stehen. Nicht nur bei Real Madrid Castilla, auch in Villareal wurde er aussortiert und musste sich eine Zeit lang seinen Lebensunterhalt als Obst- und Gemüsepflücker verdienen, ehe ihn Murcia zurück zum Fußball brachte.

Ihm persönlich habe es sogar die Augen geöffnet, aus der „Parallelwelt, in der wir Fußballer leben“ herauszukommen und die wirklich wichtigen Dinge im Leben wertzuschätzen. Genau wegen dieser Erfahrung sei das Spielen in LaLiga „wie jedes Wochenende Party“. Seine Spielweise habe er nicht verändert, er wisse um seine Stärken und Schwächen.

Er wird nie der schnellste Spieler sein, aber er kann Sachen mit dem Ball und Laufwege sehen wie wenige seiner Mit- und Gegenspieler. Dabei zogen sich Rückschläge und Selbstzweifel durch sein Leben, ohne zu wissen ob er jemals oben ankommen würde.

Mittlerweile ist er angekommen. Spätestens durch seine bärenstarke Saison 2022/23 mit vierzehn Scorern dürfte er auch außerhalb Spaniens auf sich aufmerksam gemacht haben. Ex-Nationaltrainer Luis Enrique bezeichnete ihn als „sehr guten Spieler“, für eine Nominierung hat es jedoch nie gereicht, unter seinem Nachfolger Luis de la Fuente war er zumindest in der Vorauswahl des Kaders, ohne aber letztendlich berufen zu werden.

Auf Social Media wurden sogar Kampagnen gestartet, ihn endlich mitzunehmen und auch im Stadion vernimmt man ab und zu „Isi Selección“-Rufe. Ein paar Monate bleiben ihm noch, sich für die Europameisterschaft 2024 zu empfehlen und endlich das Trikot der „Furia Roja“ zu tragen. In de la Fuentes 4-3-3 bzw. 4-2-3-1 System sollte für ihn auf der rechten Seite allemal Platz sein.

Isi selbst nennt es „einen Traum, das Wappen seines Landes zu verteidigen“. Es wäre der nächste große Schritt in seiner Vita, von der dritten Liga zur Nationalelf seines Heimatlandes.

Genau wie seine Nominierung bleibt es auch ungewiss, ob man ihn nochmal bei einem größeren Klub sehen wird. Im Mai 2023 verlängerte er seinen Vertrag bei Rayo bis 2028. Er sei privat sehr glücklich, seine Partnerin arbeite in der Stadt, eine Stadt die er liebe und die ihm alle gebe, was er benötige.

Es scheint so, als ob man sich auch in den nächsten Jahren auf die Auftritte des Publikumslieblings freuen könne. Wenn zwischen all dem Kampf und Emotionen auch ein bisschen Magie durch das Stadion neben den Hochhäusern geht, und wenn sich Isi noch einmal durch den Kopf gehen lässt, was für eine unglaubliche Reise es bis dahin gewesen ist.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Kelli Farrington

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